Handball Geschichte

Handballgeschichte – Die Geschichte von Handball 

Der Handball-Sport und seine lange Geschichte

 

Bereits in der Antike vergnügte man sich mit Spielen, den man aus heutiger Sicht einen dem Handball ähnlichen Charakter bescheinigen kann. Für diese frühen und antiken Formen gibt es die Bezeichnung Urania, während ein derartiges Spiel im römischen Reich Harpastum genannt wurde. 

Leider sind aber Details zum konkreten Spielablauf und den Spielregeln dieser frühen Formen von Ballspielen überliefert. Hiervon abgesehen muß aber festgestellt werden, daß sich die Entstehung des Handballspiels in seiner heutigen Form auf die Zeit um das Ende des neunzehnten und den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts datieren läßt. 

Es entwickelte sich dabei aus Fangspielen und Ballspielen, wie es sie bereits seit dem Mittelalter gab, und bei denen der Ball in Netze oder Körbe gespielt wurde. Hieraus entstanden im Laufe der Zeit Spielvarianten, bei denen Bälle auf Tore geworfen oder geschossen wurden.

 

Holger Nielsen, Max Heiser und die frühe Geschichte des Handballs 

Als einer der Urväter des Handballsports gilt der Däne Holger Nielsen. Dieser war Lehrer und Oberstleutnant Nielsen und es ist diesem als Verdienst zuzurechnen, daß er im Jahr 1906 das erste Regelwerk für diesen Sport verfaßte. Dieses besagte, daß mit dem Ball nicht gelaufen und er nicht länger als drei Sekunden mit den Händen festgehalten werden durfte.

 

Als entscheidenden Meilenstein in der Geschichte dieser Sportdisziplin und als dessen eigentliche Geburtsstunde gelten die Aktivitäten von Max Heiser, einem Oberturnwart in Berlin. Während des Ersten Weltkriegs, am 29. Oktober 1917, legte Heiser fest, daß das Spiel, das er 1915 für weibliche Sportler entwickelt hatte und das er Torball genannt hatte, künftig als Handball bezeichnet werden sollte.

 

Die Bestrebungen Heisers bei der Entwicklung von Torball waren dahin gegangen, eine Sportart zu entwickeln, die mit Ball aber ohne Körpereinsatz gespielt wurde. Dies sollte aus seiner Sicht eine für Mädchen attraktive Sportart darstellen, da er Fußball für Mädchen wegen des hohen Körpereinsatzes als zu schwierig erachtete. Heiser, der für dieses Spiel die Regeln schrieb, untersagte für das Spiel jegliche Art von Kampf oder körperbetonter Auseinandersetzungen.

 

Carl Schelenz und sein Beitrag zur Entwicklung von Handball 

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, im Jahr 1919, verfeinerte der ebenfalls in Berlin tätige Turnlehrer Carl Schelenz die Regeln des Handballs. Sein Ziel war dabei, dieser Sportart ein größeres Potential zu erschließen und dieses insbesondere auch für Jungen und Männer interessant zu machen. 

Hierzu nahm er eine Reihe von Veränderungen an den Regeln von Heiser vor. So wurden Zweikämpfe in das Regelwerk aufgenommen, um den männlichen Spielern in ihren Bedürfnissen nach Körpereinsatz gerecht zu werden. 

Durch Verkleinerung des Spielballs erreicht Carl Schelenz eine größere Spielgeschwindigkeit und eine Verschiebung des Schwerpunkts des Spiels auf das Werfen des Balls. Eine weitere Veränderung war, daß Schelenz mit seinen Regelveränderungen das Prellen erlaubte. 

Andere Festlegungen wie etwa Anzahl der Spieler in jeder Mannschaft, die Spielfeldgröße sowie die Rolle des Schiedsrichters, der auch im Handballspiel benötigt wurde, entlehnte der Turnlehrer dem Fußball. Im Ergebnis dieser Änderungen im Regelwerk erfreute sich der Handballsport steigender Beliebtheit und insbesondere bei männlichen Sportlern stieg das Interesse an dieser Diszplin.

 

Erste Handball-Mannschaften, deutsche Meisterschaft und die Olympiade von 1938 

Bereits kurze Zeit später entstanden erste Handball-Mannschaften und zu einem Meilenstein in der weiteren Entwicklung wurde dann das Jahr 1921, in der die erste deutsche Meisterschaft im Handball ausgetragen wurde. Gewinner und erster deutscher Handballmeister wurde die in Berlin beheimatete Mannschaft des TSV 1860 Spandau. 

Auch in anderen Ländern wuchs der Handballsport und vier Jahre nach der ersten deutschen Meisterschaft wurde am 13. September 1925 Handball-Länderspiel ausgetragen. Dabei siegte die Mannschaft aus Österreich das Aufgebot Deutschlands mit einem Ergebnis von 6:3. 

In dieser Zeit wurde Handball noch ausschließlich als Feldhandball gespielt und bei den Olympischen Sommerspielen von 1936 war Handball in der Form von Feldhandball erstmals eine olympische Disziplin. Die Mannschaft aus Deutschland konnte dabei ihren Heimvorteil im Endspiel gegen die österreichische Mannschaft nutzen und ging siegreich aus dieser Begegnung hervor. Zwei Jahre später, 1938, fanden dann in Berlin die ersten Weltmeisterschaften statt, bei denen sowohl Feldhandball als auch Hallenhandball gespielt wurde. In beiden Disziplinen konnte die deutsche Mannschaft den Sieg erringen.

 

Feldhandball und Hallenhandball in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg 

Unterbrochen von den Jahren des Zweiten Weltkriegs kam es 1946 zur Gründung des International Handball Federation (IHF) und 1949 wurde der Deutsche Handballbund (DHB) ins Leben gerufen. Auch in dieser Zeit dominierte zunächst noch der Feldhandball, in dem die deutsche Nationalmannschaft besonders stark war, weshalb sie auch nahezu jede Weltmeisterschaft in dieser Zeit gewann. 

Wachsende Bedeutung kam dann aber unter dem Einfluß insbesondere skandinavischer Mannschaften dem Hallenhandball zu, der im Laufe der Jahre den Feldhandball nahezu vollständig verdrängte. Hallenhandball war erstmals bei den Olympischen Spielen in München im Jahr 1972 eine olympische Disziplin und bereits 1975 wurde die letzte deutsche Meisterschaft im Feldhandball ausgetragen.

 

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Tags: Handball

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