Achillessehnenschmerzen

Achillessehnenschmerzen

Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlung von Schmerzen in der Achillessehne

Treten Achillessehnenschmerzen auf, empfiehlt es sich, die sportlichen Aktivitäten abzubrechen und einen Arzt zu konsultieren. Ignoriert man die Schmerzen, können sie sich verschlimmern und im ungünstigsten Fall chronisch werden. Interessant ist, daß Männer fünfmal häufiger als Frauen unter Achillessehnenproblemen leiden.

Entzündungen, Zerrungen aber auch Risse der Achillessehne gehören zu den Verletzungen, die vor allem bei allen Laufsportarten, aber auch bei Ballsportarten wie Fußball, Handball und Basketball ebenso wie Tennis und Badminton besonders häufig auftreten. Wie so oft sind sie vordringlich Ergebnis einer Überlastung beziehungsweise einer Fehlbelastung der betroffenen Körperregion.

Der Grund, weshalb Probleme mit der Achillessehne gerade bei den genannten Sportarten besonders häufig auftreten, liegt in der Funktion dieser Sehne. Sie ist instrumental dabei, wenn man mit dem Fuß vom Boden abspringt.

Diese Bewegung ist bei typisch und häufig bei zahlreichen Ballsportarten, aber auch bei Laufsportarten und Sprungsportarten. Prof. Dr. med. Dr. Karsten Knobloch von der Unfallchirurgischen Klinik der MHH verweist darauf, daß chronische Entzündungen der Achillessehne rund 20 Prozent der Marathonläufer betreffen.

 

Mögliche Ursachen für Achillessehnen-Beschwerden

 

Im Hinblick auf die Ursachen von Achillessehnen-Problemen können folgende Punkte genannt werden:

1) Nicht ausreichend starke Fußmuskulatur und eine verkürzte Wadenmuskulatur.

2) Schädigungen im Gefolge falschen Auftretens oder einer zu harten Landung mit den Füßen.

3) Zu hohe Belastung der Achillessehne, nicht zuletzt aufgrund hohen Körpergewichts.

4) Falsche Schuhe, insbesondere falsche Laufschuhe.

5) Fehlstellungen der Füße.

Achillodynie - Reizung und Entzündung der Achillessehne

 

Bekannt ist auch, daß elf Prozent aller Läufer unter Achillodynie leiden. Es handelt sich dabei um eine Reizung, in fortgeschrittenen Fällen um eine Entzündung der Achillessehne. Die mit der Achillessehne in Zusammenhang stehenden Schmerzen können Ergebnis verschiedener Erkrankungen sein, zu denen Achillessehnenentzündung und Achillessehnenruptur - medizinischer Fachausdruck für einen Achillessehnenriss - gehören.

Bei Entzündungen im Bereich der Achillessehne sollten Sportler zunächst nicht mehr laufen um zu verhindern, daß die Krankheit chronisch wird. Ungünstig ist dabei allerdings, daß viele Betroffene hierauf zunächst leider nicht achten. So sagt Prof. Dr. med. Karsten Knobloch von der Medizinischen Hochschule Hannover:

"Es ist ganz typisch, dass die Beschwerden lange ignoriert oder unterschätzt werden. Die Betroffenen meinen, sie würden von selbst wieder verschwinden."

Bei FitForFun findet sich eine anschauliche Erläuterung, was bei akuten Entzündung der Achillessehne zu tun ist:

"Wenn die Achillessehne mit Schmerzen, Schwellungen oberhalb des Fersenbeins und starker Druckempfindlichkeit auf Belastung reagiert – unbedingt sofort pausieren! Die Entzündung kann zur Einlagerung von Bindegewebe oder Kalk in der Sehne führen – ein Kreislauf, bei dem sich die Achillessehne weiter verdickt und verkürzt. Typisch: Anfangs treten die Schmerzen nur zu Beginn der Belastung auf und verschwinden nach dem Aufwärmen. Je weiter die Entzündung fortschreitet, desto mehr schmerzt die Achillessehne während und nach dem Sport bis hin zum verhärteten Unterschenkelmuskel."

 

Handelt es sich um eine leichte Entzündung der Achillessehne empfiehlt der Laufexperte Herbert Steffny:

"In leichteren Fällen hilft es, das Training zu reduzieren, langsamer zu laufen, sich vorsichtig warmzulaufen sowie auf glattem Untergrund zu trainieren … Auch Fußwechselbäder, Eisbeutel nach dem Training oder Hochlagern des Fußes könnten helfen."

Etwas verwirrend für den Betroffenen ist, daß die Schmerzen bei Problemen mit der Achillessehne nicht in unmittelbarer Fersennähe, sondern ungefähr zwei bis sechs Zentimeter über dem Fersenansatz auftreten. Dort kommt es zu einem Anschwellen der Sehnen, da der Körper dort versucht, das Bindegewebe wieder zu stärken. Dies ist allerdings nicht unproblematisch, wie man bei der Apotheken-Umschau nachlesen kann:

"Dieser an sich sinnvolle Umbau hat ­allerdings einen Haken: Das neue Gewebe ist von minderer Qualität. Die Sehnen sind zwar verdickt, aber nicht besser vor Überlastung geschützt als zuvor – und sie können reißen. Manchmal reicht dafür schon ein kleiner Sprint zum Bus oder das Heben ­­einer Getränkekis­te – eine banale All­tags­belas­tung. Nach einer solchen Verletzung wird die Sehne meist in einer Operation ­­genäht. Manchmal reicht auch eine Ruhigstellung mittels Schiene. Doch egal, welche Therapie gewählt wird: Die Heilung gestaltet sich langwierig…"

 

Der Achillessehnenriss, auch bekannt als Achillessehnenruptur

 

Eine Achillessehnenruptur, also ein Riß der Achillessehne, hat immer eine längere Zwangspause zur Folge. In fast allen Fällen können die Betroffenen aber ihre sportlichen Aktivitäten nach einer Operation und einer ausreichend langen Erholungszeit wiederaufnehmen. Kommt es zu einem Achillessehnenriss, ist dieser einfach zu erkennen. So heißt es dazu bei Joggen-Online.de:

"Bei einem Achillessehnenriss wird die Achillessehne meist vollständig durchtrennt, was sich unter anderem durch einen hörbaren Knall bemerkbar macht. Wird der Riss der Sehne fachgerecht behandelt, kann der Läufer sie nach einiger Zeit wieder voll belasten, wobei es allerdings in einigen Fällen zu einer Verminderung der Kraftübertragung im Fuß kommen kann."

Was tun, um Problemen mit der Achillessehne zuvorzukommen?

 

Ganz allgemein gesprochen empfiehlt sich eine Stärkung der Wadenmuskulatur. Und speziell für Läufer hat FitForFun folgende Hinweise:

"Vor dem Laufen aufwärmen und sanft dehnen. Wer Probleme mit der Sehne hat, kann meist auf hartem Asphalt besser laufen. Dort fällt das Abrollen leichter als auf weichem Waldboden. Meiden Sie Bergläufe, Vorfußlaufen und unebenen Untergrund, überprüfen Sie die Laufschuhe."

Tags: Schmerzen, Laufen

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